Mein Zuhause

Wunderbar planbar

„Hätten wir doch mal lieber …“ Ist die neue Küche erst einmal installiert, sind Änderungen oft aufwendig und kostspielig. Da zahlt sich eine gute Planung aus – am besten mit den zehn goldenen Regeln von Mein Zuhause.
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1.

Kurze Wege: Wohnküche hin oder her – das Wichtigste ist, dass man in der Küche gut arbeiten kann. Daher sollten Sie auf eine konsequente Anordnung der einzelnen Arbeitsbereiche achten – also zum Beispiel alles Notwendige zum Vorbereiten, Kochen und Spülen jeweils gebündelt einplanen. Bei Rechtshändern sollte die Spüle links vom Herd sein oder über Eck bei einer Winkelküche. Bei einer Kochinsel kann der Herd auch gegenüber der Spüle eingeplant werden. Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten, die Elektrogeräte ebenfalls auf unterschiedlichen Ebenen einzuplanen. Ein Backofen auf Augenhöhe und ein halbhoch integrierter Geschirrspüler entlasten zum Beispiel den Rücken und ersparen Ihnen unnötige und ungesunde Bewegungen. Das Gleiche gilt für Vollauszüge in den Unterschränken: kein verdrehtes Bücken, langes Hocken, geducktes Hineinkriechen mehr.

2.

Genügend Stauraum: „Vor dem Kauf einer neuen Küche sollte man sich als Erstes klar machen, was und wie viel wovon darin untergebracht werden soll“, weiß Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e. V. (AMK). Und er rät, lieber großzügig zu kalkulieren, da „die Bedürfnisse oft schneller wachsen als der Stauraum“. Tatsächlich wünschen sich im Nachhinein rund zwei Drittel aller Küchenkäufer mehr Stauraum. Erstellen Sie eine genaue Liste der Dinge, die in der Küche ihren Platz haben sollen, und ordnen Sie sie auf dem Papier den geplanten Schränken zu. Eckschränke und Apothekerschränke mit Auszügen sind wahre Stauraumwunder. Bei manchen Unterschränken kann auch noch im Podest eine Schublade eingebaut werden. Doch auch eine variable Inneneinteilung maximiert den Stauraum. Legen Sie sich also genug flexibel versetzbare Böden zu, um Ihre Schränke optimal nutzen zu können.

3.

Effiziente Geräte: Wenn schon neu, dann achten Sie bitte jetzt auf die Energiebilanz! Denn die Energiekosten werden steigen, und mit sparsamen Geräten tun Sie sich und der Umwelt einen Gefallen. Das gilt besonders für die im Dauereinsatz arbeitenden Kühl und Gefriergeräte, aber auch für den Geschirrspüler, den Backofen und den Herd. Lassen Sie sich genau über neue Techniken wie Induktion oder Dampfgaren informieren, und entscheiden Sie dann in Ruhe, was Sie langfristig brauchen und nutzen werden und was nicht.

4.

Gutes Licht: Erstellen Sie ein Beleuchtungskonzept für Ihre Küche, und berücksichtigen Sie dabei sowohl Arbeits als auch Stimmungslicht. Sie brauchen in der Küche helle Strahler zum Arbeiten, aber auch gemütliches Licht zum Genießen und Entspannen. Über der Arbeitsfläche, dem Herd und der Spüle ist integriertes, ausreichend starkes Licht ein Muss. Leuchten, die beispielsweise unter den Oberschränken montiert werden, scheinen direkt auf die Arbeitsfläche und sind dabei tief genug, um nicht zu blenden. Verfügt die Küche über einen Essplatz, sollte zusätzlich zur Deckenleuchte eine Lichtquelle direkt über dem Esstisch zum Programm gehören. Auch eine Kochinsel sollte extra beleuchtet werden.

5.

Praktische Arbeitsflächen: Dass die Höhe der Arbeitsfläche dem Rücken zuliebe der Körpergröße desjenigen angepasst werden sollte, der am meisten in der Küche arbeiten wird, ist heute kein Geheimnis mehr. Die Arbeitsfläche sollte etwa 10–15 Zentimeter unter der Höhe der Ellenbogen liegen. Besonders ergonomisch ist es, wenn Sie die Möglichkeit nutzen, die Kochfläche rund 15 Zentimeter abzusenken, denn hier gilt die Topfhöhe als Arbeitshöhe. Planen Sie insgesamt genügend Arbeits und Abstellflächen ein. Neben der Spüle sind Flächen sinnvoll, um benutztes oder per Hand abgespültes Geschirr abzustellen. Neben dem Herd brauchen Sie Stellfläche, um Zutaten bereitzulegen, aber auch um Töpfe kurz vom Herd ziehen zu können.

6.

Prima Spüle: Wenn Sie den Platz haben, gönnen Sie sich eine großzügige Spüle mit zwei separaten Becken und genügend Abstellfläche rechts und links. In kleineren Küchen können Sie aber tricksen: Mit einem Schneidbrett aus Holz oder Kunststoff, das genau über die Spüle passt, verwandelt sich diese schnell in zusätzliche Arbeitsfläche. Auch Spülen, die flächenbündig oder unterhalb der Arbeitsfläche eingebaut werden, sparen Platz, da sie ohne Kante auskommen. Sie erleichtern auch das Saubermachen, weil Sie mit einem Wisch alles von der Arbeitsfläche ins Becken befördern können und dabei nichts an der Kante hängen bleibt.

7.

Gute Luft: Durch die offenen Grundrisse und großzügige Wohnküchen werden leistungsstarke Dunstabzüge immer wichtiger. Wenn Sie hier sparen, werden Sie sich später ärgern. Das Leistungsvolumen des Lüfters ist entscheidend und sollte sich an der Größe Ihrer Küche orientieren. Wirklich abgesaugt werden können Kochgerüche und -dämpfe aber nur, wenn dahinter auch ein vernünftiges Abluftsystem mit Abluftschlauch nach draußen steckt. Moderne Geräte punkten übrigens zusätzlich mit stufenlosen Einstellungsmöglichkeiten, automatischer Sättigungsanzeige für den Fettfilter und besonders leisem Betrieb.

8.

Platz für Abfall: Unterschätzen Sie nicht den Platz, den Sie für Abfall brauchen! Im Zuge der Mülltrennung nach Restmüll, Bioabfall, Verpackungen, Glas und Papier sind viel mehr Behälter nötig, als vermutlich in Ihrer alten Küche eingeplant waren. Für verschiedene Unterschrankgrößen gibt es heute integrierbare Abfallsysteme, die für alles den richtigen Behälter bieten. Planen Sie diese Systeme unter oder in der Nähe der Spüle ein, damit Sie mit tropfenden Küchenabfällen nicht die ganze Küche durchqueren müssen.

9.

Sicherheit geht vor: Scharfe Messer, heiße Herdplatten, brodelnde Wasserkocher – die Küche ist vor allem für Kinder voller Gefahren. Wenn Kinder in Ihrem Haushalt leben, vielleicht noch dazukommen oder häufig zu Besuch sind, lohnt sich daher ein Extra-Sicherheitscheck. Folgende Maßnahmen sollten Sie in Erwägung ziehen: Induktionskochfelder, Schutzgitter am Herd, Sicherheitsschalter am Backofen und anderen Elektrogeräten, wärmeisolierte Backofentüren, verschließbare Unterschränke für Spül- und Putzmittel und nur gut verankerte Regale. Achten Sie auch auf Möglichkeiten, gefährliche Elektrogeräte wie den Wasserkocher außer Reichweite von Kleinkindern unterzubringen, und zwar so, dass die Elektrokabel nicht so herabhängen, dass man die Geräte daran herunterziehen kann.

10.

Design und Material: Nicht zu unterschätzen ist natürlich die Optik der Küche. Wenn Sie lange Freude an dem neuen Stück haben möchten, treffen Sie auch hier keine übereilte Entscheidung. Überlegen Sie, welcher Stil und welche Farbe gut zu Ihrer übrigen Wohnung passen – auch wenn Sie die Einrichtung der anderen Räume vielleicht im Laufe der Jahre etwas verändern. Vor allem beim Material stellt sich die Frage, wie sehr Ihre Küche strapaziert wird und wie viel Pflege Sie bereit sind zu investieren. Sind breibeschmierte Patschehändchen und Zusammenstöße mit dem Rutschauto beispielsweise in Ihrer Familie an der Tagesordnung – oder werden es womöglich in Zukunft sein –, wird eine Lackfront Sie auf Trab halten und auch schnell mal eine Macke bekommen. „Die beliebte Hochglanz-Lackierung wirkt sehr edel und wertig. Andererseits ist die empfindliche Oberfläche für sogenannte Gebrauchsspuren besonders anfällig“, gibt AMK-Geschäftsführer Frank Hüther zu bedenken. Holz ist hingegen viel robuster, braucht aber auch Pflege. „Furnierte oder massive Holzfronten sind stets einmalig und haben eine warme Ausstrahlung. Holz in der Küche ist dauerhaft schön, indem man es regelmäßig mit entsprechenden Pflegemitteln präpariert“, so Hüther. Auch Stein, beispielsweise für die Arbeitsfläche, ist in der Regel sehr hart und widerstandsfähig.