Mein Zuhause

Neu und sparsam

"Großzügige Grundrisse und integrierte Küchen liegen im Trend. Doch die offenen Wohnräume stellen ganz neue Anforderungen an die Küche – und zwar nicht nur an Aufteilung und Design, sondern auch an die Technik."

Treffpunkt Die Küchenmauern sind gefallen!
Passé ist die 13-Quadratmeter-Küche, in der sich die Hausfrau verschanzte, um mit wie von Zauberhand zubereiteten Köstlichkeiten dann im Esszimmer aufzutauchen. Die Integration der Küche in den Wohnbereich und die großzügigen Grundrisse, die auch separaten Küchen viel Platz zum Plaudern, Pottkieken und Probieren einräumen, haben die Küche zum Kommunikationszentrum innerhalb der Wohnung gemacht. Vertreter namhafter Küchenhersteller sprechen gar schon dem Wohnzimmer die Existenzberechtigung ab, gerade weil sich mittlerweile auch modernste Multimedialösungen in die Küche integrieren lassen. Doch zu Hause mag derzeit wohl kaum jemand so weit gehen. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen: Gekocht wird gerne gemeinsam; gegessen direkt daneben. Der Austausch nach einem langen Tag – zwischen Partnern, der Familie oder mit Freunden – beginnt häufig in der Küche und nicht selten endet dort auch der Abend. Ob langer Esstisch, Bar oder Kochinsel – integrierte Küchen benötigen eine optische Trennung zum Wohnbereich. Das sollte bei der Planung unbedingt berücksichtigt werden. Ein großer Wohnraum mit Küche, der nicht geschickt aufgeteilt ist, wirkt ungemütlich, haltlos und erinnert an die Studentenbude mit Kochnische.

Lust zum Sitzenbleiben

Treffpunkt Natürlich nimmt der Sitzplatz einen zentraleren Stellenwert ein denn je. Die Wohnküche braucht einen komfortablen Esstisch, der ganz von selbst wohnliches Flair verbreitet. Wer trotzdem Platz sparen möchte, setzt auf ausziehbare Lösungen, die bei Bedarf auch eine ganze Gästeschar unterbringen können. Beliebt wegen ihrer modernen Anmutung sind auch Kochinseln oder Bars, an denen man auf hohen Hockern oder Stühlen Platz nimmt. Außerdem punkten diese Lösungen mit ihrer Vielseitigkeit, weil sie aufgrund ihrer Höhe auch als Arbeitsfläche genutzt werden können.

Gemütlichkeit ist gefragt. Das bedeutet nicht nur, dass gepolsterte oder Schwingstühle gerne als Sitzgelegenheiten gewählt werden, sondern auch, dass das Beleuchtungskonzept vielfältigen Funktionen gerecht werden muss. Ein allgemeines Deckenlicht und gezieltes helles Licht über der Arbeitsfläche sollten durch sanfte, dezente Lichtquellen für den gemütlichen Teil des Abends ergänzt werden.
Wer seine Küche beim Essen oder selbst vom Sofa aus ständig vor Augen hat, legt natürlich besonderen Wert auf die Optik. Das begünstigt nicht nur den Vormarsch einer ruhigen Ästhetik, die sich harmonisch in den Wohnbereich einpasst – beispielsweise mit dezenten Farben wie Weiß, Beige oder Braun, wohnlichen Holzelementen und grifflosen Fronten. Auch bei den Elektrogeräten wird nicht mehr nur auf Funktion, sondern auch auf die Form geachtet. Spülmaschinen und Kühlschränke werden gerne hinter einer durchgängigen Front versteckt. Backöfen und kleine Geräte wie die Kaffeemaschine oder der Wasserkocher im schicken Edelstahllook liegen im Trend.

Bitte nicht stören

Doch die Elektrogeräte müssen mehr können als nur gut auszusehen. Ein Muss ist in der Wohnküche eine leistungsstarke Dunstabzugshaube, damit Ess- und Wohnbereich von Kochgerüchen verschont bleiben. Für alle Elektrogeräte gilt: je geringer der Geräuschpegel, desto geeigneter für die Wohnküche. Wer kann sich schon auf dem Sofa entspannen, wenn daneben die laute Spülmaschine rauscht und poltert? Wie will man sich beim Essen unterhalten, wenn alle paar Minuten der alte Kühlschrank röhrt? Moderne Geräte im Flüsterton sorgen dafür, dass es in der Küche wirklich gemütlich bleibt, selbst wenn der Betrieb auf Hochtouren läuft. Und was wirkt sonst noch störend? Unordnung! Deshalb erfordert die Planung einer Wohnküche besonders viel Aufmerksamkeit. Gerade bei offenen Grundrissen darf in der Küche nicht zu viel herumstehen. Sonst holen Sie sich das Kochchaos ins Wohnzimmer. Der Stauraum sollte großzügig angelegt sein und allen Bedürfnissen gerecht werden. Das heißt, dass Sie nicht nur den üblichen Stauraum für Geschirr und Lebensmittel benötigen, sondern auch große Schränke für selten benötigte Elektrogeräte, die sonst auf der Arbeitsfläche stören.

Auch eine Lösung für den Abfall – mit allen Möglichkeiten der Mülltrennung – sollte von Anfang an integriert werden, denn freistehende Mülleimer und überquellende Kartons mit Altglas in der Ecke sind in der Küche zum Wohnen natürlich tabu.