Mein Zuhause

Naturtalente

„Grüner“ Lifestyle ist angesagt. Auch zu Hause. Natürlich zu wohnen ist heute sowohl Einrichtungstrend als auch Lebenseinstellung.

energieetikett Das Thema Nachhaltigkeit durchdringt mittlerweile alle Lebensbereiche. Dass die Natur geschützt und bewahrt werden muss, wird heute von niemandem mehr ernsthaft infrage gestellt. Doch mit dem Fortschreiten der Technik und dem rasanten Wandel unserer Zeit sehnen sich viele Menschen auch ganz persönlich nach der Beständigkeit und Unkompliziertheit der Natur – zum Beispiel in den eigenen vier Wänden. Mit den richtigen Möbeln und Accessoires ist es ein Leichtes, zu Hause mehr Natürlichkeit einziehen zu lassen. Ganz klar: Wer zu Hause auf eine natürliche Atmosphäre setzt, orientiert sich an der Natur. Das gilt sowohl für Materialien und Farben als auch in immer stärkerem Maße für Formen. „Die Umgebung eines Hauses kann als Inspirationsquelle für dessen Inneneinrichtung dienen“, rät Judith Wilson, auf Inneneinrichtung spezialisierte Journalistin und Autorin des Buches „Natürlich Wohnen mit Stil“. „In einer Stadtwohnung mit großen Fenstern, die Ausblick in Baumkronen bieten, kann man sich zum Beispiel modern und funktional einrichten, aber mit Vorhängen aus grobem Sackleinen und Möbeln aus Holz auf die Bäume Bezug nehmen.“ Dabei spricht die Expertin auch den wichtigen Aspekt an, dass natürliches Wohnen heute nichts mehr mit Landhausstil oder rustikaler Einrichtung zu tun haben muss. Der Trend lässt sich durchaus auf moderne helle und leichte Weise umsetzen.

Natürlich schön

Holz ist unter den Einrichtungsmaterialien das Naturtalent schlechthin. Kaum ein anderes Material ist so vielfältig einsetzbar, und es ist aus keinem Wohnbereich mehr wegzudenken. Besonders natürlich wirken Massivholzmöbel und solche, bei denen die natürliche Maserung des Holzes zur Geltung kommt. Genauso kommt es auch bei modernen Möbeln zum Einsatz und muss überhaupt nicht rustikal wirken. Leichte Wohn wände, puristische Esstische, gemütliche Betten – überall strahlt Holz Qualität und Naturverbundenheit aus. Ein weiterer Dauerbrenner bei den Naturmaterialien ist Leder. Als aufwendig hergestelltes Naturprodukt umgibt es ein Hauch von Luxus, der so gar nichts mit Ökoassoziationen von schmuddeligen Wollpullis und ausgetretenen Latschen zu tun hat. Im Gegenteil – Leder strahlt gehobenen Stil und Eleganz aus. Vor allem in der Polsterindustrie ist Leder unverzichtbar. Bisher für den klassischen Einrichtungsstil reserviert, sorgen heute beispielsweise Sofas, Sessel, Bänke und Récamieren mit Lederbezug durch geradlinige Designs oder ungewöhnliche Farben für Modernität und Extravaganz.

Kombinieren und komplettieren

Darüber hinaus liegen reine Baumwolle und Leinen bei den Textilien natürlich hoch im Kurs. Genauso wichtig wie das Material sind aber die Farben. Weiß, Beige, zartes oder dunkles Grün, Braun und weitere erdige, warme Töne lassen sich wunderbar miteinander kombinieren. Dabei dürfen Sie aber ruhig mit kräftigeren, auffälligeren Farben Akzente setzen – beispielsweise mit dekorativen Textilien oder extravaganten Einzelstücken, denn schließlich schillert auch die Natur je nach Jahreszeit in vielfältigen Farben. Viel bewirken auch liebevoll ausgewählte und geschickt platzierte Accessoires aus der Natur – Zimmerpflanzen in Terrakottatöpfen, Holzschalen, geflochtene Körbe oder ein von der Natur geformtes Stück Treibholz als Dekoration machen Ihre natürliche Einrichtung ganz individuell. Vielleicht finden Sie ja Freude daran, von Streifzügen durch die Natur immer wieder neue Dekorationselemente mitzubringen und Ihr Zuhause im Wechselspiel der Jahreszeiten ständig zu verändern.

Gewissenhaft auswählen

Wer nicht nur Wert auf das natürliche Flair zu Hause legt, sondern mit gutem Gewissen einen Schritt weitergehen möchte, achtet über die Materialien und die Optik hinaus auf die umweltfreundliche Herstellung der Einrichtung. Generell gilt: Heimische Materialien – zum Beispiel Hölzer – sind umweltfreundlicher als solche aus fernen Landen, die mit hohem CO2-Aufkommen erst weite Wege zurücklegen müssen. Besonders bei Elektrogeräten in Küche und Bad, aber auch bei der Multimediaausstattung im Wohnzimmer tun Sie dem Gewissen und dem Geldbeutel Gutes, wenn sie auf einen sparsamen Strom- oder Wasserverbrauch achten. Schauen Sie auf die Energieeffizienzklasse! Da ökologische Aspekte für viele Verbraucher immer stärker in den Vordergrund rücken, setzen auch immer mehr Hersteller verstärkt auf eine „grünere“ Produktionsweise. Viele Küchenhersteller verzichten beispielsweise auf die Verwendung von Tropenhölzern, arbeiten mit Zulieferern aus ihrer Region, benutzen Lacke auf Wasserbasis und sparen mit Leichtbauweisen Rohstoffe.

„Liebhaber des modernen Designs fürchten vielleicht, mit einer ‚natürlichen‘ Einrichtung zu viele Stilkompromisse eingehen zu müssen und in der Materialwahl eingeschränkt zu sein. Die Angst ist unbegründet: Möbelhäuser und Einrichter haben inzwischen ein vielfältiges Angebot an Produkten aus Naturmaterialien – von Naturfasern, Biofarben und Energiesparlampen bis zu Wasser sparenden Duschköpfen – und Designer entwerfen zunehmend Gegenstände aus recycelten Werkstoffen“, bestätigt auch Buchautorin Judith Wilson.

Gut besiegelt

Und woran erkennt man solche Produkte? So wie das „Bio“-Siegel auf Lebensmitteln verweisen auch in der Möbelbranche viele Siegel auf die ökologische Fertigung und Verträglichkeit des Produkts. Bekannt sind beispielsweise das Umweltsiegel „Der Blaue Engel“, das „EU-Energielabel“ für Elektrogeräte oder das Qualitätszeichen „Das goldene M“ der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel. Mittlerweile kann man bei der Fülle von Logos aber auch schnell den Überblick verlieren. Am besten, Sie lassen sich beim Fachmann im Möbelhaus ausführlich beraten.