Mein Zuhause

Einrichten: Aber bitte mit Stil

"Der individuelle Wohnstil wird maßgeblich vom persönlichen Geschmack geprägt. Dennoch sollten beim Einrichten einige Grundregeln beherzigt werden, gerade wenn man sich in unterschiedlichen Einrichtungsstilen wohlfühlt, die man gerne harmonisch kombinieren möchte."

Mediterran oder retro, asiatisch oder skandinavisch, puristisch oder romantisch? Wenn wir darüber nachdenken, wie wir wohnen möchten, fällt uns meistens nicht nur eine Stilrichtung ein, die wir konsequent verwirklichen wollen. Die meisten Wohnungen leben von einer Mischung unterschiedlicher Einflüsse, die die Vorlieben, Erfahrungen und Wünsche all ihrer Bewohner widerspiegeln. Das ist auch gut so und genau das, was die eigenen vier Wände von einer neutral eingerichteten Ferienwohnung oder einem durchgeplanten Hotelzimmer unterscheidet.

Nicht mehr als zwei Stilrichtungen

Damit die Einrichtung aber harmonisch bleibt und nicht zusammengewürfelt aussieht, sollte man einige Tipps beherzigen. Experten raten dazu, nicht mehr als zwei Stilrichtungen in einem Raum zu kombinieren, wobei einer immer überwiegen sollte. Das bedeutet, dass ein Zimmer nicht zu gleichen Anteilen beispielsweise mit Landhaus- und Retroelementen bestückt werden sollte. Die Einrichtung entfaltet ihre Ausstrahlung am besten, wenn ein Stil weitestgehend durchgehalten wird und dann Akzente gesetzt werden, die auffallen dürfen: zum Beispiel ein alter bemalter Bauernschrank in einer sonst schlicht eingerichteten Küche oder ein opulenter, golden verzierter asiatischer Schrank in einem sonst puristisch gehaltenen Schlafzimmer.

Als Orientierung gilt die sogenannte 80/20-Regel, die sich auf das Verhältnis der unterschiedlichen Stile bezieht. Eine kühle Einrichtung kann danach bis zu 20 Prozent Romantik vertragen – von hieran aufwärts wird es unruhig. Daher eigenen sich Accessoires wie Kissen, Vasen, Vorhänge, Dekorationen etc. ganz besonders gut, um einen neuen Stil auszuprobieren. Wird es zu viel, kann man etwas wegnehmen und das Zimmer neu betrachten. Vielen hilft es auch, die Räume zu fotografieren. Auf Fotos sieht man häufig schneller, was stört und wo ein Blickfang fehlt. Dabei kann nur einer der Stile besonders auffällig sein: modern mit ein paar Antiquitäten, zurückhaltende Farben und Formen mit einem Schuss Glamour oder einzelnen knalligen Retro-Stücken. Wer hingegen versucht, Country mit Asia-Style oder Ethno mit Retro zu kombinieren, verursacht schnell eine optische Reizüberflutung, weil hier beide Bereiche mit auffälligen Details und auffälligen Farben daherkommen.

Ihre Lieblingsstücke

Niemand stellt natürlich die Einrichtung von Grund auf neu zusammen. Um zu Hause einen neuen Stil zu verwirklichen, müssen Sie sich also erst einmal bewusst machen, was ihnen bereits sehr gut gefällt und warum. Überlegen Sie, welche Möbel ihre Lieblingsstücke sind, die Sie besonders gerne anschauen – liegt es am Stil, an der Farbgebung oder an der gelungenen Inszenierung. So werden Sie schnell feststellen, in welche Richtung Ihr persönlicher Geschmack geht. Dann identifizieren Sie die Einrichtungsgegenstände, die nur noch aus Gewohnheit zu Hause herumstehen. Alles was Ihnen gar nicht mehr gefällt oder für Sie nichtssagend geworden ist, können Sie nach und nach austauschen und dabei Ihren neuen Stil verwirklichen. Fällen Sie dabei aber alle Kaufentscheidungen bewusst und nicht überstürzt. Das gilt vor allem für größere Anschaffungen. Lassen Sie sich ruhig inspirieren, aber bestücken Sie nicht gleich das ganze Wohnzimmer in schwerem, dunklem Kolonialstil, bloß weil Sie gerade begeistert von einer Afrika-Safari zurückgekehrt sind. Lassen Sie die neuen Eindrücke erst einmal sacken und fangen Sie dann mit Einzelstücken und Accessoires an. Nach einer Weile werden Sie merken, ob Sie wirklich Ihren Stil gefunden haben oder nur einem Trend gefolgt sind.